Nach diesem kurzen Ausflug geht’s dann straight weiter gen
Sidemen. Nach wenigen Stunden Fahrt durch die saftig gruene Landschaft kommen
wir in unserer Destination an. Unser Fahrer setzt uns direkt neben der Moschee
ab, beim Lila Stana Guesthouse. Good job! Der Homestay besteht aus einem Bungalow und der
ist frei. Nach kurzer Inspektion von Lage und Zustand der Huette schwant uns
ein wenig budgetfreundlicher Preis vor. Die Lage und der Ausblick von der
Terrasse sind grandios und der Bungalow ist von innen und aussen einfach nur
top! Vater und Sohn, die ihr Quartier auf der gegenueberliegenden Strassenseite
haben, sprechen kaum Englisch und so fragen wir dreimal nach, als sie uns den
Preis von 150.000 Rupien nennen. Die beiden pflegen untertags ihren
Gemuesegarten, der den Puffer zwischen der wenig befahrenen Dorfstrasse und
unserem neuen Anwesen bildet und verwoehnen uns zum Fruehstueck mit
balinesischen Spezialitaeten, die wir allmorgendlich im Sonnenschein auf
unserer Terrasse genuesslich verspeisen, waehrend wir den sublimen Ausblick auf den (am
Morgen meist noch wolkenfreien) Gunung Agung geniessen. Dieser Ausblick wird
gerahmt durch die umgebenden Huegel und saftigen Reisterrassen. Gleich nach
unserer Ankunft werden wir auch schon dazu ermuntert der hinduistischen
Zeremonie am Fusse des Dorfes beizuwohnen. Das Spektakel spielt sich nur einmal
im Jahr ab und heute ist – wie der Zufall es so will – der erste der drei Tage andauernden Feierlichkeiten.
Das ganze Dorf (oder gar der ganze Landkreis?) ist auf den Fuessen und
ausgelassen marschiert die Prozession Richtung Tempel. Zu
sehen gibt’s einen authentischen Einblick in das religioese und gesellschaftliche Leben der
Balinesen mit Tanzvorfuehrungen, Theater, Opfergaben, Gesang, Raeucherstaebchen
galore und was nicht noch alles. Ein magisches Schauspiel, vorallem fuer die
wenig zahlreichen Touristen.
Die uebrige Zeit kundschaften wir noch die nahe Umgebung
aus. Der Sohn unseres Gastgebers fuehrt uns netterweise (und um sich ein
Paeusschen von der Gaertnerei zu goennen) durch die Reisfelder und Fressbuden
von Sidemen, bis hinunter an den Fluss, wo sich die lokale Bevoelkerung zur
gemeinsamen Koerperhygiene zu treffen pflegt.
Schon seit dem ersten Tag hat Manu das Verlangen, den
nahegelegenen Huegel mit seinem Gipfeltempel zu besteigen. Zumindest sieht er
so aus, als koennte man ihn von unserer Terrasse aus beruehren. Sowohl unser
Gastgeber als auch einige andere der Dorfbewohner wollen uns diesmal einen
Baeren auf die Nase binden. Zwischen 3 und 4 Stunden soll der Marsch bis
dorthin dauern. Am besten waere es ueberhaupt, sich einen Fuehrer fuer 50.000
Rupien / Stunde zu nehmen. Da probieren wir’s doch lieber mal auf eigene Faust
und wir erreichen den Gipfel nach 45 Minuten straffen Fussmarschs. Hier die Richtungsanweisungen: Von Lila Stana aus erstmal den
Huegel runter (und zwar nicht die Resortstrasse durchs Dorf), ueber die Bruecke,
am Fluss entlang bis in’s naechste Dorf, den Huegel ein kurzes Stueck hinauf
und dann links die Stiegen durch den Dschungel, die immerwieder mal
unterbrochen werden. "Di mana pura bukit tegeh?" - "Ah, da ist er ja schon! Terima kasih dan sama sama! Selamat tinggal!" Der Aufstieg selbst war teilweise ja schon ein bisschen spannend. Kniehohes Gras mit Verdacht auf allerlei Getier, schmale Pfade und maulendes Hundsgetier. Der Abstieg hat aber noch eine besondere Ueberraschung parat. Als wir hinter einem Haus wieder zurueck auf den Weg schleichen, holen uns 3 Halbwuechsige ein. Sie begruessen uns mit einem choralen "Many, many, many!" . Einer der Rabauken hat ein Gewehr in der Hand. Das sieht dazu noch richtig echt aus. "Many, many, many", hallt's durch den Wald. "Many, many, many... many, many, many!" insistieren die Kleinen weiterhin. Wir drehen uns um und machen uns an den Abstieg. Etwas schneller diesmal, aber kaum merklich. "Many, MANY, M-A-N-Y!!!" Wir koennen fast den kalten Lauf der Knarre im Nacken spueren. Langsam schuetteln wir sie ab. Das "many" verblasst hinter dem naechsten Huegel.
Am letzten Tag heuern wir noch den Schwager unseres Gastgebers als Fahrer an, der uns fuer ein paar Kroeten (Fast geht uns die Kohle aus, denn in Sidemen gibt's noch keinen Bankomat.) nach Padangbai an der balinesischen Ostkueste chauffiert. Dort gibt's vorallem unzaehlige Tour- und Fastboatanbieter. Die Vibes sind eh ganz cool, das Topi Inn hat auch Gebaeck und Patisserie vom Feinsten, aber wirklich fesseln tut uns diese Location trotzdem nicht. Wir buchen unsere Tickets nach Gili Air fuer 250.000 pro Person und freuen uns darueber verhandelt zu haben, denn tatsaechlich gibt es Leute, die fuer die Ueberfahrt den 3-fachen Preis zahlen.
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Ein Himmelbett im eigenen Haus fuer wenige Rupien |
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| Rice paddies |
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| Here they come! |
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| Die einzige Moschee ist bei uns um's Eck |
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| Feierlichkeiten |
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| Taunz baby, taunz! |
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Reiskuchen, Kokosflocken und Palmsyrup Fruehstueck fuer Champions! |
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| Blick von der Terrasse auf den Gunung Agung |
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| Durch die Plantagen - hier gibt's reichlich Sambal! |
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Am Pura Bukit Tegeh - wir stehen vor verschlossener Tuer |
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| Nasi goreng bungkus |
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| Padangbai |
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