In letzter Sekunde buchen wir noch ein Zimmer bei Dani’s
Homestay in Ubud. Nach genuesslichen 3 Stunden Fahrt kommen wir mit unserem
Expressbus in Ubud an. Diejenigen, die einen Tagesausflug von Kuta gebucht
haben, erkennt man an den heruntergezogenen Mundwinkeln. Bis zu Dani koennen
wir uns noch schleppen. Der ehemalige Preisboxer chauffiert uns dann umgehend
zu seinem Kollegen, da bei ihm nochmal jemand verlaengert hat. Na gut, dass
lassen wir ihm mal durchgehen, denn das Zimmer im Syntia ist fein. Der Preis
von 200.000 IDR mit Fruehstueck ist adequate. Lustigerweise enthaelt unser
Zimmer weder Schrank, Stuhl noch Tisch, dafuer aber einen eigenen Kuehlschrank.
Mit unserem Gastgeber Made und der gesamten Familie werden wir schnell warm und
treffen uns oefters bei ihnen auf der Terrasse. In gebrochenem Englisch (“Wott
is diss?”) erzaehlt Made von seiner Familie, ihren balinesischen Traditionen,
gibt exzellente Richtungsanweisungen (“You need to go over the reaper”) und
belehrt Manu ueber dessen affige Lieblingsgottheit, die mit den grossen
Kinnbacken. Nach kurzem Stadtrundgang laesst sich sofort feststellen, dass die
Popularitaet Ubuds dem Strassennetz ganz schoen zu schaffen macht. Der
innergemeindliche Verkehr ist stockend. Darunter versteht sich nicht nur das
Aufgebot an Mopeds, sondern auch die Stroeme an Touristen aus aller Herren
Laender. An jeder Ecke werden Yogakurse und Meditation angeboten und irgendwie
ist diese New-Age-ifizierung schon fast ein bisschen zu viel. Am ersten Abend
geben wir uns noch einen klassischen Kecak Tanz, der eine Passage aus dem
Ramajana (in unserem Falle ein spannendes Abenteuer um die Entfuehrung Sitas,
die Rama mit Hilfe des weissen Affenkoengis Hanuman und dem schnabeltierigen Garuda
vor den Faengen des Boesewichts errettet) erzaehlt. Verstehen koennen wir nicht
viel von diesem ganzen Drama, aber die Kostueme sind der Renner und wer sich
mit dem langsam dahinzuckelnden Bewegungen der Taenzerinnen, bei denen vorallem
die Hand- und Fussgelenke wie bei Aufziehpuppen rotieren, anfreunden kann, der bekommt
einen lustigen Abend geboten. Das ganze wird musikalische begleitet von einem Maennerchor
stattlicher Groesse. Die naechste angebliche Sehenswuerdigkeit ist das Monkey Sanctuary, welches 5 Gehminuten von unserem Apartement entfernt liegt. Dabei handelt es sich um einen kleineren Dschungel mit mehreren Tempeln und einem Haufen Makaken Affen. Wer Manus Misstrauen gegenueber diesen langschwaenzigen Batterielutschern aus dem letzten Post entnommen hat, kann sich vorstellen, wie schelmisch dieser sich ueber nachfolgende Szene freuen kann (Vorsicht! Perspektivenwechsel!):
Wir sind eine ganz normale Familie. Es ist Urlaubszeit. Dieses Jahr gehen wir nach Bali. Die Kinder haben wir im Schlepptau. Weil der Akku unserer IPads seit dem gestrigen Stromausfall leer ist und die Kinder uns in den Ohren liegen, gehen wir heute mit unseren Kleinen zu den Affen. Sie sollen ja wissen, wo sie herkommen. In erster Instanz von Mama und Papa, klar. Aber historisch betrachtet... Ja, eben! Am Eingang zum Affenwald verkauft eine nette Dame Bananen. Den Preis finden wir angemessen. Deshalb kaufen wir gleich ein Dutzend, die Affen muessen ja hungrig sein. Gutmuetige Menschen sind wir, da besteht kein Zweifel. Unser 5-jaehriger Sohn hat schon einen der haarigen Freunde gesichtet. Was fuer ein liebes Exemplar. Wie der mit den Zaehnen fletschen kann. Was das wohl bedeutet? Weil unser Bubi so ein interessiertes Menschlein ist - das hat er sicher von Mama und Papa - reicht er dem Kleinen ohne Wimpernzucker die Hand... Freudig springt ihn das Aefflein an, waehrend unser Bueblein wie eine Sirene zu heulen beginnt. Ich hoere mich, wie ich graessliche Dinge zu dem Affen sage. Das ist nicht gerechtfertigt. Ich bin hysterisch. Mein Mann tritt nach dem Affen und trifft unseren Jungen... Was fuer ein Urlaub!
Ansonsten explorieren wir die Gegend um Ubud mit dem
Roller. Dabei kommen wir an den Reisterrassen von Tegalalang vorbei sowie dem
Dschungeltempel Gunung Kawi und dem Wassertempel Tirta Empul. Bis auf den
Gunung Kawi finden sich bei den uebrigen
Attraktionen ueberall massig andere Schaulustige. Von all den Tempeln,
die wir bisher besichtigt haben, gefaellt uns der Kawi mit Abstand am besten.
Dieser ist eingebettet in ein saftig gruenes Dschungelsetting und wird von
weitaus weniger Touristen frequentiert. Als wir dort ankommen, findet ausserdem
gerade eine farbenfrohe Zeremonie hunderter Hindus statt. Ein beeindruckendes Schauspiel! Jetzt brauchen
wir mal etwas Zeit abseits des Massentourismus. Sidemen ist vielen, aber
noch nicht zuvielen ein Begriff. Dort wollen wir also hin. Wir engagieren uns einen privaten Chauffeur, der
uns nach Sidemen bringen soll. Mit kurzem Zwischenstopp am Gunung Batur, den
wir, etwas unueblich, nicht schon um 3 Uhr morgens besteigen, sondern erst zum
Sonnenaufgang vom Fusse des Vulkans losstarten. Dafuer gehoert uns der Gipfel
dann ganz allein! Unser obligatorischer guide fuehrt uns die kurze
Strecke zum Krater hinauf und da stehen wir nun, mitten in den Wolken. Bestes Wetter gibt’s zum
Sonnenaufgang – da haben wir uns verspekuliert. Als wir uns unwillig
wieder an den Abstieg wagen, verziehen sich die Wolken kaum merklich und als
wir unten angekommen einen Blick ueber die Schulter werfen, ist der Gipfel
wolkenfrei. Wir speisen noch im Strassendorf Kintamani, von wo aus
wir einen exzellenten Blick auf den Batur haben. Den Pura Ulun Danu Batur nehmen
wir aufgrund der Naehe grad auch noch mit. Einen Tempel in dieser Umgebung haben
wir uns toller vorgestellt. Auf
der einen Seite liegt die Hauptstrasse, auf der anderen der Vulkankrater und
Mt. Batur. Die Tempelanlage ist schmuck- und stillos. Dazu kommt noch,
dass hinteren Abschnitte des Tempels nicht zugaenglich sind und so bekommt man
von der dramatischen Landschaft nichtmal etwas mit. Schade, Made! Weiter gen
Sidemen, jetzt!
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| Der Maennerchor in Bewegung |
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| Dicker du hast die Sita gestohlen! Gib sie wieder her! |
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| Stromausfall, in ganz Ubud ist's finster |
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| Tegalalang I |
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| Tegalalalalalang II |
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| Hahnenkampf, das Dorfereignis |
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| In Stein mag ich die am liebsten |
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| Gunung Kawi I |
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| Gunung Kawi II |
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| Gunung Kawi III |
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| Tirta Empul I |
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| Tirta Empul II |
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| Sonnenaufgang kurz vor unserem Aufstieg |
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| Am Gipfel |
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| Isa hat die Haende im weltgroessten Eierkocher |
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| Das kann nicht sein Ernst sein! |
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| Einmal Mt. Batur von unten |
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| Blick von der Restaurantterrasse in Kintamani |
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