Samstag, 12. Juli 2014

12.07-15.07: Bali - Ubud und Umgebung und Mt. Batur: Affengaudi!



In letzter Sekunde buchen wir noch ein Zimmer bei Dani’s Homestay in Ubud. Nach genuesslichen 3 Stunden Fahrt kommen wir mit unserem Expressbus in Ubud an. Diejenigen, die einen Tagesausflug von Kuta gebucht haben, erkennt man an den heruntergezogenen Mundwinkeln. Bis zu Dani koennen wir uns noch schleppen. Der ehemalige Preisboxer chauffiert uns dann umgehend zu seinem Kollegen, da bei ihm nochmal jemand verlaengert hat. Na gut, dass lassen wir ihm mal durchgehen, denn das Zimmer im Syntia ist fein. Der Preis von 200.000 IDR mit Fruehstueck ist adequate. Lustigerweise enthaelt unser Zimmer weder Schrank, Stuhl noch Tisch, dafuer aber einen eigenen Kuehlschrank. Mit unserem Gastgeber Made und der gesamten Familie werden wir schnell warm und treffen uns oefters bei ihnen auf der Terrasse. In gebrochenem Englisch (“Wott is diss?”) erzaehlt Made von seiner Familie, ihren balinesischen Traditionen, gibt exzellente Richtungsanweisungen (“You need to go over the reaper”) und belehrt Manu ueber dessen affige Lieblingsgottheit, die mit den grossen Kinnbacken. Nach kurzem Stadtrundgang laesst sich sofort feststellen, dass die Popularitaet Ubuds dem Strassennetz ganz schoen zu schaffen macht. Der innergemeindliche Verkehr ist stockend. Darunter versteht sich nicht nur das Aufgebot an Mopeds, sondern auch die Stroeme an Touristen aus aller Herren Laender. An jeder Ecke werden Yogakurse und Meditation angeboten und irgendwie ist diese New-Age-ifizierung schon fast ein bisschen zu viel. Am ersten Abend geben wir uns noch einen klassischen Kecak Tanz, der eine Passage aus dem Ramajana (in unserem Falle ein spannendes Abenteuer um die Entfuehrung Sitas, die Rama mit Hilfe des weissen Affenkoengis Hanuman und dem schnabeltierigen Garuda vor den Faengen des Boesewichts errettet) erzaehlt. Verstehen koennen wir nicht viel von diesem ganzen Drama, aber die Kostueme sind der Renner und wer sich mit dem langsam dahinzuckelnden Bewegungen der Taenzerinnen, bei denen vorallem die Hand- und Fussgelenke wie bei Aufziehpuppen rotieren, anfreunden kann, der bekommt einen lustigen Abend geboten. Das ganze wird musikalische begleitet von einem Maennerchor stattlicher Groesse. Die naechste angebliche Sehenswuerdigkeit ist das Monkey Sanctuary, welches 5 Gehminuten von unserem Apartement entfernt liegt. Dabei handelt es sich um einen kleineren Dschungel mit mehreren Tempeln und einem Haufen Makaken Affen. Wer Manus Misstrauen gegenueber diesen langschwaenzigen Batterielutschern aus dem letzten Post entnommen hat, kann sich vorstellen, wie schelmisch dieser sich ueber nachfolgende Szene freuen kann (Vorsicht! Perspektivenwechsel!):

Wir sind eine ganz normale Familie. Es ist Urlaubszeit. Dieses Jahr gehen wir nach Bali. Die Kinder haben wir im Schlepptau. Weil der Akku unserer IPads seit dem gestrigen Stromausfall leer ist und die Kinder uns in den Ohren liegen, gehen wir heute mit unseren Kleinen zu den Affen. Sie sollen ja wissen, wo sie herkommen. In erster Instanz von Mama und Papa, klar. Aber historisch betrachtet... Ja, eben! Am Eingang zum Affenwald verkauft eine nette Dame Bananen. Den Preis finden wir angemessen. Deshalb kaufen wir gleich ein Dutzend, die Affen muessen ja hungrig sein. Gutmuetige Menschen sind wir, da besteht kein Zweifel. Unser 5-jaehriger Sohn hat schon einen der haarigen Freunde gesichtet. Was fuer ein liebes Exemplar. Wie der mit den Zaehnen fletschen kann. Was das wohl bedeutet? Weil unser Bubi so ein interessiertes Menschlein ist - das hat er sicher von Mama und Papa - reicht er dem Kleinen ohne Wimpernzucker die Hand... Freudig springt ihn das Aefflein an, waehrend unser Bueblein wie eine Sirene zu heulen beginnt. Ich hoere mich, wie ich graessliche Dinge zu dem Affen sage. Das ist nicht gerechtfertigt. Ich bin hysterisch. Mein Mann tritt nach dem Affen und trifft unseren Jungen... Was fuer ein Urlaub!


Ansonsten explorieren wir die Gegend um Ubud mit dem Roller. Dabei kommen wir an den Reisterrassen von Tegalalang vorbei sowie dem Dschungeltempel Gunung Kawi und dem Wassertempel Tirta Empul. Bis auf den Gunung Kawi finden sich bei den uebrigen   Attraktionen ueberall massig andere Schaulustige. Von all den Tempeln, die wir bisher besichtigt haben, gefaellt uns der Kawi mit Abstand am besten. Dieser ist eingebettet in ein saftig gruenes Dschungelsetting und wird von weitaus weniger Touristen frequentiert. Als wir dort ankommen, findet ausserdem gerade eine farbenfrohe Zeremonie hunderter Hindus statt. Ein beeindruckendes Schauspiel! Jetzt brauchen wir mal etwas Zeit abseits des Massentourismus. Sidemen ist vielen, aber noch nicht zuvielen ein Begriff. Dort wollen wir also hin. Wir engagieren uns einen privaten Chauffeur, der uns nach Sidemen bringen soll. Mit kurzem Zwischenstopp am Gunung Batur, den wir, etwas unueblich, nicht schon um 3 Uhr morgens besteigen, sondern erst zum Sonnenaufgang vom Fusse des Vulkans losstarten. Dafuer gehoert uns der Gipfel dann ganz allein! Unser obligatorischer guide fuehrt uns die kurze Strecke zum Krater hinauf und da stehen wir nun, mitten in den Wolken. Bestes Wetter gibt’s zum Sonnenaufgang – da haben wir uns verspekuliert. Als wir uns unwillig wieder an den Abstieg wagen, verziehen sich die Wolken kaum merklich und als wir unten angekommen einen Blick ueber die Schulter werfen, ist der Gipfel wolkenfrei. Wir speisen noch im Strassendorf Kintamani, von wo aus wir einen exzellenten Blick auf den Batur haben. Den Pura Ulun Danu Batur nehmen wir aufgrund der Naehe grad auch noch mit. Einen Tempel in dieser Umgebung haben wir uns toller vorgestellt. Auf der einen Seite liegt die Hauptstrasse, auf der anderen der Vulkankrater und Mt. Batur. Die Tempelanlage ist schmuck- und stillos. Dazu kommt noch, dass hinteren Abschnitte des Tempels nicht zugaenglich sind und so bekommt man von der dramatischen Landschaft nichtmal etwas mit. Schade, Made! Weiter gen Sidemen, jetzt!
   


Der Maennerchor in Bewegung

Dicker du hast die Sita gestohlen! Gib sie wieder her!

Stromausfall, in ganz Ubud ist's finster

Tegalalang I

Tegalalalalalang II

Hahnenkampf, das Dorfereignis


In Stein mag ich die am liebsten


Gunung Kawi I

Gunung Kawi II

Gunung Kawi III

Tirta Empul I

Tirta Empul II

Sonnenaufgang kurz vor unserem Aufstieg

Am Gipfel

Isa hat die Haende im weltgroessten Eierkocher

Das kann nicht sein Ernst sein!


Einmal Mt. Batur von unten







Blick von der Restaurantterrasse in Kintamani

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