Unsere Maschine befindet sich im Landeanflug und jeden
Moment schiessen wir durch das Wolkenmeer. Indonesiens zweithoechster Vulkan, Gunung
Rinjani, ragt als einzig landschaftliches Merkmal hervor. Wir landen in
Denpasar, im Sueden Bali's, etwas noerdlich der Partyzentrale Kuta. In der
Empfangshalle warten die Taxler schon auf ein gutes Geschaeft. Das laesst sich
mit ahnungslosen Touris am besten machen. Die 10 Minuten Fahrt kosten zwischen
100.000 und 200.000 Rupien. Die Angebote sind so dermassen ueberzogen, dass
sich das Aufblitzen der Dollarzeichen in ihren Augen nicht verbergen laesst.
Wer nochmal 3 Schritte zurueck geht, der kommt an den offiziellen
Shuttle-Stand, wo der Transport fuer ein Drittel des Preises angeboten wird.
In Kuta selbst verbringen wir die erste Nacht bei Billy
Pendawan und die folgenden im weitaus guenstigeren Denayu Homestay, wo wir uns eines Nachts um 3 Uhr frueh fuer das Deutschland - Brasilien Spiel aufraffen und mit Harrison aus Hawaii an unserem Hoteleigenen public viewing teilnehmen. Wir sind zu dritt. Beide Pensionen sind
zu empfehlen. Letztere ist ein bisschen verwinkelt gelegen, aber das
Preisniveau nimmt nunmal proportional zum Strandabstand ab. Zum Fruehstueck gibt's ein kleines Portioenchen Marmaldentoast mit Ei - lustige Kombo. Aber vom Kaffee kann man nur schwaermen! Ausserdem gibt’s
hier gute und guenstige Fressbuden, die auch bei den locals Anklang finden. Wer
auch mal auf seine Fritten und das Schnitzerl verzichten kann, wird mit traditioneller
indonesischer Kueche belohnt. Zentrales Element ist hier Nasi, alles andere ist
Nebensache. Wen’s nach Abwechslung geluestet, der kann hier auch einen Teller
gefriergetrockneter, javanesischer Industrienudeln bekommen. Mal goreng, oder
auch mal in der Suppe. Der Muselmane um’s Eck bietet eine fantastische Auswahl
an Fisch und Fleischgerichten fuer 1-2 Euronen. Mit Nasi,... selbstredend. Nach
dem asketischen Leben in Australien koennen wir hier mal wieder richtige
Plautzenspanner aufladen!
Kuta selbst ist Ballermann auf indonesisch. Der ewig lange Sandstrand mit seinen grandiosen Wellen
laedt aber sogar nicht-Surfer zum Surfen ein und so verrenkt sich Manu auchmal
prompt das Kreuz. Stolz erzaehlt er davon, wie er das Brett bereits im whitewash
navigieren kann, waehrend er krumm ausgerichtet da steht wie ein Blitz.
Die Strassen Kutas sind gesaeumt
mit unzaehligen exotischen und detailverliebten Hindu-Tempeln, Textillaeden, Surfshops, zwielichtigen Massageschuppen, Wandergewerbetreibenden
und strandgeilen Touris in aermellosen Bintangshirts, die von einem Stab in die
Jahre gekommener Damen ihre braunen Glieder geknetet bekommen, waehrend sie im Schatten
der Palmen an ihrem Pilsener nuckeln und sich einen balinesischen Tiger auf die
Arschbacke taetowieren lassen. Henna, what else? Die Sarongverkaeufer ziehen tagsueber ihre Spuren im Sand,
waehrend die wandernden Waffenhaendler ihre Spuckrohre und Boegen zum
Spottpreis verscherbeln.
Die Umgebung Kutas laesst sich am besten mit dem Roller
erkunden, denn das oeffentliche Transportnetz ist zum Schmeissen. Die Strassen
sind verstopft mit stinkenden Toefs und weil’s hier alle so eilig haben, ladet
es schon so manchen zu halsbrecherischen Ueberholmanoevern ein. Wir kundschaften
zuerst die suedliche Halbinsel mit ihrem Klippentempel Tana Ulu Watu und die
populaeren Surferstraende aus. Das Setting ist dramatisch, der Tempel selbst
wenig beeindruckend. Zwischen all den laestigen Touristen tummeln sich zahlreiche
laestige Makaken. Diese halb-domestizierten Unruhestifter haben offenbar keine
Scheu mehr vor den Tempelgaesten und bitten, betteln und bespringen all
diejenigen, die lustige baumelnde Sachen am Koerper tragen, gerne auch Brillentraeger
und solche die denken, hier sei der beste Moment fuer einen schnellen Snack.
Einem bananenspeisenden Brillentraeger mit herumschwingender Kamera ist nicht
mehr zu helfen.
Ein anderer Ausflug fuehrt uns in den Nordwesten zum Inseltempel Tana Lot. Dieser ist nett und ueberlaufen. Die Fahrt dorthin fuert durch charmante Reisterrassen und Doerfer, entlang des stets uncharmanten Asphalts. Genug Tempel fuer Suedbali, genug von Kuta. Wir nehmen den Shuttlebus nach Ubud, das als kulturelles Zentrum Balis angepriesen wird.
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| Sonnenuntergang vorne, Shoppingmall hinten |
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Billy Pendawans Sohn, ein netter Bursch. Stilsicher gekleidet fuer die heutige Zeremonie im hauseigenen Familientempel | |
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| Man beachte den Detailreichtum |
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| Bamboo-Optik |
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| Will ich das wirklich? |
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| Der Anfang vom Ende - Flash... Ah-AAA! |
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Heute werden 500 Babyschildkroeten in die Freiheit des Meeres entlassen |
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... und wir sind dabei. Fritz der Turboblitz und sein gepanzerter Partner bilden das Schlusslicht. |
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| 500 Schildis, 500 Paten |
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| Tana Ulu Watu I |
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| Tana Ulu Watu II |
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| Tana Ulu Watu III |
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Fuer ihn gibt's nur Batteriesaeure. Traurig, aber wahr! |
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| Tana Ulu Watu IV |
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| Tana Ulu WatuV |
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| Bingin I |
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| Bingin II |
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| Tana Lot |
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| Balinesische Tanke |
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| Kutas Hausstrand |
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| Haustempel im Denayu |
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