Samstag, 5. Juli 2014

05.07-12.07: Bali - Kuta und Umgebung: Eier-Jaffle



Unsere Maschine befindet sich im Landeanflug und jeden Moment schiessen wir durch das Wolkenmeer. Indonesiens zweithoechster Vulkan, Gunung Rinjani, ragt als einzig landschaftliches Merkmal hervor. Wir landen in Denpasar, im Sueden Bali's, etwas noerdlich der Partyzentrale Kuta. In der Empfangshalle warten die Taxler schon auf ein gutes Geschaeft. Das laesst sich mit ahnungslosen Touris am besten machen. Die 10 Minuten Fahrt kosten zwischen 100.000 und 200.000 Rupien. Die Angebote sind so dermassen ueberzogen, dass sich das Aufblitzen der Dollarzeichen in ihren Augen nicht verbergen laesst. Wer nochmal 3 Schritte zurueck geht, der kommt an den offiziellen Shuttle-Stand, wo der Transport fuer ein Drittel des Preises angeboten wird.
In Kuta selbst verbringen wir die erste Nacht bei Billy Pendawan und die folgenden im weitaus guenstigeren Denayu Homestay, wo wir uns eines Nachts um 3 Uhr frueh fuer das Deutschland - Brasilien Spiel aufraffen und mit Harrison aus Hawaii an unserem Hoteleigenen public viewing teilnehmen. Wir sind zu dritt. Beide Pensionen sind zu empfehlen. Letztere ist ein bisschen verwinkelt gelegen, aber das Preisniveau nimmt nunmal proportional zum Strandabstand ab. Zum Fruehstueck gibt's ein kleines Portioenchen Marmaldentoast mit Ei - lustige Kombo. Aber vom Kaffee kann man nur schwaermen! Ausserdem gibt’s hier gute und guenstige Fressbuden, die auch bei den locals Anklang finden. Wer auch mal auf seine Fritten und das Schnitzerl verzichten kann, wird mit traditioneller indonesischer Kueche belohnt. Zentrales Element ist hier Nasi, alles andere ist Nebensache. Wen’s nach Abwechslung geluestet, der kann hier auch einen Teller gefriergetrockneter, javanesischer Industrienudeln bekommen. Mal goreng, oder auch mal in der Suppe. Der Muselmane um’s Eck bietet eine fantastische Auswahl an Fisch und Fleischgerichten fuer 1-2 Euronen. Mit Nasi,... selbstredend. Nach dem asketischen Leben in Australien koennen wir hier mal wieder richtige Plautzenspanner aufladen!
Kuta selbst ist Ballermann auf indonesisch. Der ewig lange Sandstrand mit seinen grandiosen Wellen laedt aber sogar nicht-Surfer zum Surfen ein und so verrenkt sich Manu auchmal prompt das Kreuz. Stolz erzaehlt er davon, wie er das Brett bereits im whitewash navigieren kann, waehrend er krumm ausgerichtet da steht wie ein Blitz. 
Die Strassen Kutas sind gesaeumt mit unzaehligen exotischen und detailverliebten Hindu-Tempeln, Textillaeden, Surfshops, zwielichtigen Massageschuppen, Wandergewerbetreibenden und strandgeilen Touris in aermellosen Bintangshirts, die von einem Stab in die Jahre gekommener Damen ihre braunen Glieder geknetet bekommen, waehrend sie im Schatten der Palmen an ihrem Pilsener nuckeln und sich einen balinesischen Tiger auf die Arschbacke taetowieren lassen. Henna, what else? Die Sarongverkaeufer ziehen tagsueber ihre Spuren im Sand, waehrend die wandernden Waffenhaendler ihre Spuckrohre und Boegen zum Spottpreis verscherbeln.
Die Umgebung Kutas laesst sich am besten mit dem Roller erkunden, denn das oeffentliche Transportnetz ist zum Schmeissen. Die Strassen sind verstopft mit stinkenden Toefs und weil’s hier alle so eilig haben, ladet es schon so manchen zu halsbrecherischen Ueberholmanoevern ein. Wir kundschaften zuerst die suedliche Halbinsel mit ihrem Klippentempel Tana Ulu Watu und die populaeren Surferstraende aus. Das Setting ist dramatisch, der Tempel selbst wenig beeindruckend. Zwischen all den laestigen Touristen tummeln sich zahlreiche laestige Makaken. Diese halb-domestizierten Unruhestifter haben offenbar keine Scheu mehr vor den Tempelgaesten und bitten, betteln und bespringen all diejenigen, die lustige baumelnde Sachen am Koerper tragen, gerne auch Brillentraeger und solche die denken, hier sei der beste Moment fuer einen schnellen Snack. Einem bananenspeisenden Brillentraeger mit herumschwingender Kamera ist nicht mehr zu helfen.
Ein anderer Ausflug fuehrt uns in den Nordwesten zum Inseltempel Tana Lot. Dieser ist nett und ueberlaufen. Die Fahrt dorthin fuert durch charmante Reisterrassen und Doerfer, entlang des stets uncharmanten Asphalts. Genug Tempel fuer Suedbali, genug von Kuta. Wir nehmen den Shuttlebus nach Ubud, das als kulturelles Zentrum Balis angepriesen wird.


Sonnenuntergang vorne, Shoppingmall hinten


Billy Pendawans Sohn, ein netter Bursch.
Stilsicher gekleidet fuer die heutige Zeremonie
im hauseigenen Familientempel
 

Man beachte den Detailreichtum

Bamboo-Optik

Will ich das wirklich?


Der Anfang vom Ende - Flash... Ah-AAA!




Heute werden 500 Babyschildkroeten in die Freiheit des
Meeres entlassen

... und wir sind dabei. Fritz der Turboblitz
und sein gepanzerter Partner bilden das
Schlusslicht.

500 Schildis, 500 Paten

Tana Ulu Watu I

Tana Ulu Watu II

Tana Ulu Watu III

Fuer ihn gibt's nur Batteriesaeure.
Traurig, aber wahr!


Tana Ulu Watu IV

Tana Ulu WatuV


Bingin I

Bingin II


Tana Lot

Balinesische Tanke

Kutas Hausstrand

Haustempel im Denayu


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