Beinahe verpassen wir den Bus nach Siem Reap!
Kein Wunder, bringt uns auch der hoteleigene Tuktukker zur falschen Haltestelle. Nachdem das Gepaeck verstaut ist und wir den Bus besteigen, heisst es, wir seien in den falschen geraten. Wir rennen also mit voller Montur um die Haeuser und erwischen auf die Sekunde noch den richtigen. Nach wenigen Stunden Busfahrt erreichen wir auch Siem Reap und werden an der Haltestelle der Capitol Busgesellschaft rausgeschmissen. Ueberraschenderweise ist diese sehr zentrumsnahe gelegen. Der naechstbeste Tuktukker fuehrt uns durch die Stadt und klappert ein Hostel nach dem anderen ab. Haetten wir doch nur vorausgebucht, koennte man sich denken, denn nichts ist frei, ausser einem ranzigen Loch im Angkor Rea fuer 20 USD pro Nacht. Wenn man allerdings merkt, dass die Tukker immer die selben Kreise ziehen, so ist das auch nicht verwunderlich. Irgendwann springen wir vom Wagen und begeben uns zu Fuss auf die Suche. Sehr bald finden wir eine nette Herberge im A Triple Five Hotel in der Naehe des night market. Fuer 13 USD mit Klimaanlage ist diese preislich sehr vernuenftig dotiert. Der Betreiber ist ein Exilmalaysier, der ein sehr feines und superguenstiges Restaurant im Erdgeschoss fuehrt, wo wir uns die naechsten Tage die Baeuche mit Roti Canai und Curry vollstopfen. Sein Koch ist zwar staendig besoffen, aber das Essen ist trotzdem gut. Siem Reap hat fuer den Party-Touristen viel zu bieten: Etliche westliche Lokale mit breitem kulinarischem Spektrum, unzaehlige Spas und zwielichtige Massageschuppen. In diesem hedonistischen Kapitol wird die Beduerfnisbefriedigung (jedweder Art) im grossen Stil zelebriert. Fuer uns ist das nichts. Kulturell gesehen hat Siem Reap mit den nahegelegenen Angkor Tempeln einen Touristenmagneten im Repertoire, aus dem auch moeglichst viel Kapital geschlagen wird. Einen 3-Tages Pass (fuer 3 Tage innerhalb einer Woche) erstehen wir fuer 40 USD pro Person. Da wir aber die kommenden Tage auf Tukker verzichten, sparen wir uns schonmal gute 15-20 USD pro Tag. Ein Fahrrad laesst sich fuer 2 USD mieten und ist eine gute, wenn auch klapprige und mit Gesaessschmerzen verbundene Alternative. Die 6 km nach Angkor Wat hat man auf der von Reisebussen und Tuk-Tuk Armadas dominierten Strasse schnell ueberwunden. Am besten einfach den Atem anhalten. In Angkor ist die Luft besser. Die Tempel sind beeindruckend, so auch die Anzahl chinesischer Neujahrs-Touristen. Wir orientieren uns an den Hinweisen des Lonely Planet, um die grossen Touristenstroeme zu vermeiden. Am 2ten Tag funktioniert das auch, als wir naemlich den Sonnenaufgang ueber Sra Srang und anschliessend Ta Prohm besichtigen, bevor wir dann nach Angkor Wat weiterziehen. Nach ausreichend langer Erkundung der angkorischen Tempel versuchen wir aus den Faengen von Siem Reap zu fluechten. Erfolglos.
Die Agentur (Angkor Pich), bei welcher wir das Ticket erstanden haben, verschlaeft einfach den Abholservice um 6:30 Uhr morgens. Mehrmaliges Telefonieren hilft nichts, wir werden nicht abgeholt. Wir erscheinen persoenlich, um ihnen die Lage nochmal in aller Deutlichkeit zu schildern. Es interessiert hier keine Sau. Minuten vergehen. Der Junge hinter dem Tresen bietet sich irgendwann an mit uns zur 5 km entfernten Bushaltestelle Siem Reap zu fahren. Wozu, wissen wir nicht. Wir lassen uns trotzdem auf den Deal ein. Um 9:00 Uhr sind wir am Busbahnhof. Dort wird uns nach irgendwelchem Geschwafel in Khmer ein neues Ticket ausgestellt. Der Junge versucht uns dadurch zu beruhigen, dass in einer halben Stunde der Bus kommen wuerde. Tatsaechlich erscheint um 10:30 Uhr ein halbverfallener, oeffentlicher Bus. Fuer das zahlen wir also 15 USD pro Nase?!? Mit einem ordentlichen Grant im Gepaeck reisen wir wieder zurueck zu der Agentur und klopfen auf den Tisch! Isa bekommt ihr Organ fast nicht mehr unter Kontrolle als der Geschaeftsfuehrer uns keine Kompensation anbietet. Nachdem wir 30 Minuten unter lautem Getose unseren Groll auf die Angestellten wirken lassen bekommen wir, ohne den argumentativen Wendepunkt im 'Gespraech' erkennen zu koennen, die 30 USD refundiert. Wir beschliessen, den Bus im A Triple Five zu buchen. Der Pickup wird wieder, wie immer aeusserst akkurat, zwischen 6:30 und 7:30 Uhr gelegt, wodurch wir also wieder genoetigt sind in aller Fruehe aufzustehen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen