Im Wasser, welches zur Bewaesserung der
Felder verwendet wird, schwimmt Muell, sagt Maya. Dem muessen wir auf
den Grund gehen. Wir folgen dem Verlauf der Kanaele bis zu deren gut
verstecktem Ursprung. Wir waten durch's knoechelhohe Wasser,
quetschen uns durch die dichten Hecken, weichen den unzaehligen
Riesenspinnen und deren noch riesigeren Netze aus, stapfen durch irgendjemandes
Gaerten und werden von einer nicht ganz erfreuten Nachbarin
zurechtgewiesen, finden aber schlussendlich die gesuchte Quelle. Juhu!
Gescheiter werden wir dadurch aber nicht. Nach getaner Investigation
geht's zurueck zur koerperlichen Arbeit. Das Unkraut wartet
schliesslich nur darauf einen Kopf kuerzer gemacht zu werden.
Ratzfatz maehen wir ueber's Feld, bis wir die ganze Aktion als
hoffnungslos erkennen und mutlos resignieren.
Tags darauf haben wir schonwieder frei.
Erstaunlich, wie wenig wir eigentlich tun muessen. Diesmal schaffen
wir's aber bis ins graue Fujiyoshida. Mt. Fuji sehen wir aber weder
bei der Anfahrt mit dem Zug, noch von der Talstation aus, denn die
Sicht ist – gelinde gesagt – ein Scheiss. Man bekommt den
Eindruck, als wuerde man in Vaetcherchen Fujis grauem Zottelbart
herumspazieren. Wir meiden den Bus, der uns die ersten Hoehenmeter
empor emporfahren koennte, und laufen die gesamte Strecke vom Bahnhof
bis hinauf zur ersten Station, vorbei am eindrucksvollen Kitaguchi
Hongu Fuji Sengen Jinja. Als Wegzehrung haben wir unsere
Lawson-Meiji-Toast-Kombo im Gepaeck.
Es sei gesagt, dass sich zu dieser
Jahreszeit nur 5 der 10 Streckenabschnitte begehen lassen. Wirklich
steil wird's bis zur ersten Station in 1500m Hoehe leider nicht und
so spazieren wir stundenlang dahin. Der Wald ist dicht und noch immer
gruen. Dank der kuehleren Temperaturen und dem kargen Wetter aber
schon auf der herbstlichen Seite. Auch etwas einsam sind die Wege.
Ausser 2 weiteren Leuten treffen wir auf niemanden. Baeume, Laub, Schreine,
Tori, Teehaeuschen und Baerenwarnungen, dass findet man hier. Dem grauen Himmel
ist's geschuldet, dass es zu vorschreitender Stunde ziemlich bald duster unter dem
Blaetterdach wird und wir beschliessen ab der ersten Station kehrt zu
machen. Einen unverschleierten Blick auf japans landschaftliche Ikone
bekommen wir zu keiner Zeit. Schoen ist's aber allemal.
Nach dieser Exkursion haben wir
eigentlich nur noch einen groesseren Punkt auf dem Programm. Die NPO
organisiert einen workshop oder eher einen Spass- und Erlebnistag fuer
gestresste Grossstaedter und deren Familien und wir duerfen
teilhaben. An diesem sonnig-warmen Tag ernten wir den letzten Reis
des Jahres – per Handsichel. Um die 15 Tokioten mit ihren Kids im
Schlepptau stehen bereit um ueber's Feld zu fraesen. Die Japaner
nehmen's gemuetlich, aber Manu rast durch's Feld wie ein fuehrerloser
Maehdrescher und erntet die Ver- oder Bewunderung der Japaner. Das
letzte Reisbuendel wird fuer ihn, den Harvesto-Roboto, aufgespart.
Soviel Anerkennung muss sein. Um den Ruecken mal wieder zu strecken,
gibt's zwischendrinn auch mal eine Pause mit frischen Edamame und
japanischem Braeu.
Nach dem spassigen Nachmittag gehen wir
kollektiv in's nahegelegene Onsen und lassen uns von den heissen
Quellen die Muskeln entspannen. Manu vergisst die Zeit, bis ihm
schlussendlich eine Nachricht von draussen ueberbracht wird. Eile,
aber bitte ohne Weile.
Den naechsten Tag schauen wir noch nach Kotaro und machen uns einen gemuetlich letzten Tag. Abends klopft Daigo-san ueberraschend an die Tuer und laedt uns als Obmann der freiwilligen Feuerwehr zu einer kleinen Festivitaet im Vereinshaus ein. Als wir dort eintreffen, sind die meisten schon ziemlich bedient. Es wird gesoffen und gelacht. Mit dem jungen Lehrer zu unserer Rechten entspinnen wir eine skurrile Debatte ueber die Unterschiede zwischen japanischer und englischer Grammatik. Nein, Moment! Eigentlich fuehrt der Gute einen Monolog und bleibt auf dem Thema picken wie ein Hansaplast auf dem durch einen Gurkenhobel angestuemmelten Daumen. Und immer wenn wir denken, das Thema sei erledigt, zeichnet er noch ein paar lustige Pfeile auf seinen Beispielsatz und schiebt die Satzglieder vor und zurueck. Er unterhaelt das ganze Haus problemlos und wir lachen und trinken ausgelassen, waehrend unsere unteren Extremitaeten von der waermenden Kraft des Kotatsu aufgeheizt werden. Heute Abend ist leider schon unser letzter Abend hier in Tsuru. Wir werden diese Heimat fernab der Heimat vermissen.
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| Der rasende Recycler |
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| Wasserfaelle vor dem Office |
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| Pfui, Spinne! |
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| 2 Sekunden spaeter ist sie nicht mehr zu sehen |
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| Gemuesekist'l |
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| Aufstieg oder so aehnlich... |
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| An der ersten Station angekommen |
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| Tempellandschaft am Fusse des Fujiyama |
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| Fujiyoshida. Sehr japanisch. |
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| Mann mit Dung |
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| Dung-Express |
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| 収穫ロボット |
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| Pan erklaert den "megurutoumai" |
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| Das Sueppchen ist am kochen |
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| Nieder mit dem Reis! |
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| Pan, Souchan und Maya (li. nach re.) |
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| Unsere Gruppe |
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| Kids und Edamame |
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| Mann mit Pferd - ohne Dung |
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