Sonntag, 5. Oktober 2014

05.10-06.10 Japan - Tokyo: Taifunien

"Heiho, zieh die Regenjacke an, seht der Taifun zieht ueber's Land."
Am morgen vor unserem Ausflug gen Tokio ist das Wetter, der alte Hund, so unmoeglich wie selten. Da unser Zug frueh morgens von der Zugstation abfaehrt, stehen wir bereits im Dunkeln auf und schleppen unsere schlafhungrigen Koerper durch die Regenwaende des sich ankuendigenden Taifuns. Das ist das erste mal, dass wir nicht mit dem Radl in die city fahren, aber wir kalkulieren die Gehzeit genau richtig und so geht sich noch einer konvenienter Snack im 7/11 aus, bevor wir der Dame am Ticketschalter 2 Tickets nach Tokio abringen koennen.
Wir treffen Furanshisuka und Masaiasu nach einem ausgedehnten Regenspaziergang in dem weltweit bestversteckten Starbucks in irgendeinem Officetower in Shinjuku. In Tokio haben die Windgeschwindigkeiten angezogen und das Stuermchen invertiert den einen oder anderen Regenschirm mit einem Plopp, waehrend die japanische Marry Poppins (so sicherlich zu finden in dem bizarren Fashion-Labyrinth Harajuku) im Grauschleier des Himmels, dem unablaessig herabprasselnden Regen und dem Spiegelkabinett der verglasten Betonobelisken die Orientierung verliert und wie ein verirrter Habicht durch die Glasfront im 30ten Stock kracht. Tagtraum oder tokio'sche Realitaet? Bitte den Blaustift nach eigenem Gutduenken anwenden.
Was tun bei solch einem Sauwetter? Wir gehen einen heben, in's Steakhouse. Und seit ewigen Zeiten (seit Tana Toraja, um genau zu sein) unterliegt Manu mal wieder dem Fleischhunger. Und als der sich ein Wuerst'l einverleibt, stellt sich nach der Geschmacksexplosion eine andauernde Gaensehaut ein. Waehrend dieses kulinarischen Ausflugs nehmen wir noch ein paar Promille mit auf den Weg und ziehen weiter in's Herz von Harajuku, wo sich bei Regen nicht viel abspielt, was irgendwie verwunderlich wirkt, denn bei den japanischen Plateauboots ist man bestens vor nassen Sohlen geschuetzt und dank japanischen nanotech-make-up sollte doch eigentlich der Regen abperlen wie an einem Lotusblatt?
Der Besuch einer Kunstgallerie ist so-so. Um Franzi zu zitieren: "Ist das Kunst, oder kann das weg?"
Bizarre, riesenhafte Blumenarrangements, creepy dolls mit Maulkorb, live gekritzelte Mangaportraits zum Schnaeppchenpreis und sonstiges im ausgedehnteren Sinne als Kunst deklarierbare Zeug ist dort zu finden.
Den Rest des Tages verbringen wir in der arcade und duesen auf unseren heissen Oefen durch Marioworld, tippen Zombies in die Knie, Bowlen so gut's halt geht – bis auf Matthias hat's hier keiner so wirklich drauf – und stopfen uns mit Junk aus dem Konbini voll. Ein typisch japanisches Wochenende halt. Als es dann dunkel wird verleiben wir uns noch die letzten Ramen des Tages ein, bevor wir uns trennen. F&M fliegen morgen wieder retour nach Shanghai, waehrend wir in Taifunien bleiben. Apropos, der Sturm hat nochmal einen Zahn zugelegt und wir fluechten uns in's naechstbeste Internetcafe, um dort die Nacht, ganz im Stil der japanischen Jugend, in einem schmucklosen, quadratischen und mit einem Computer und Internetanschluss versehenen Zimmer mit Mattenboden auszuharren. Kissen gibt's nicht und Decken kosten extra. Fuer 3600 Yen fuer 2 Personen und jeder Menge zusaetzlich zu bezahlender Services ist das kein Schnaeppchen mehr.
Von dem moribunden Lueftchen bekommen wir in unserer Kellerzelle nichts mit und am naechsten Morgen erlischt er dann komplett und nichts erinnert mehr an die luftig-feuchten Regenpeitschen von gestern. Weil uns Maya, die gerade ihre Familie in Tokyo besucht, angeboten hat, uns wieder mit gen Tsuru zu nehmen, strudeln wir noch ausgelassen einen Tag durch die Ecken Tokyos, die wir bisher nicht erkunden konnten. Irgendwann abends treffen wir uns beim Parco, wo Maya den NPO Schlitten ge-"parkoed" hat und duesen auf dem highway mit hoechst zulaessigen 100km/h wieder zurueck in die Provinz. Es ist dunkel, als wir im Wald ankommen.... Und auch ruhig. Schoen wieder hier zu sein.


Der Morgen beginnt mit nassen Schuhen -
ein guter Start in den Tag


Ist die Kunst oder kann die weg?

Zwischen den Gallerien in Harajukus
art-freiem arthouse

Italien plumber pro racing team

Franzi ist da ziemlich reingekippt

Stirb Untoter, stirb!

Stirb Kegel, stirb!


In unserer Box im Keller

Charmant







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