Unser Wwoofing-Abenteuer geht weiter! Diesmal in Azumino, auf Taka-san´s Apfelplantage. Um dorthin zu gelangen legen wir erstmal einen kurzen Stopover in Matsumoto ein. Dort wo der berühmte Palast steht. Bei dem ungastlichen Wetter gelüstet es uns aber nicht wirklich nach einer Stadterkundung.
Mit dem nächsten Anschlusszug treffen wir in Azumino ein. Plötzlich stellt Isa mit einem Grauen fest, dass ihr ein Stückchen Zahn fehlt. Die Füllung, der Schuft, ist wiedermal los, und das bereits zum 3ten Mal im laufe dieser Reise. Was sollen wir jetzt nur tun? Der Crocodile Zahndee hat ihr damals nahegelegt, nach einem weiteren Ausbruch den Zahn überkronen zu lassen. Doch ist auf die Zahnärzte hier verlass? Wer weiss, vielleicht wird einem hier ja die Pappen von einem Dento-Roboto repariert. Und während wir so über die Zukunft von Isas Zahn bangen, übersehen wir total den einen und einzigen Typen, der immer wieder den menschenleeren Warteraum der Bahnstation Azumino durchquert. Irgendwann spricht er uns an und stellt sich als unser Host vor. Wir kündigen sofort an, dass Isa einen Dento-Roboto brauchen könnte und ja, Taka-san kennt da jemand. Auf dem Weg zu Taka-san´s Haus bleiben wir noch bei seinem Kumpel stehen. Der Doc hat heute zwar frei, aber weil die beiden so tolle Freunde sind, öffnet er uns an diesem kalten Tag die Tür. Die Sachlage wird ratzfatz in japanisch erörtert und noch auf der Türschwelle wird Isa aufgefordert, ihren Mund zu öffnen, so dass der Doktor den Schaden mit seinen ungewaschenen Tabakfingern inspizieren kann. Gruslig, das Ganze.
Anschließend beziehen wir unser sehr japanisches Quartier mit Paravent, Futon und Tatami, in Taka-san´s Hütte, wo sowohl seine Frau, als auch die Eltern leben sowie die beiden indischen Helferlein Maheshwari und Shadish, die, wie wir später noch herausfinden werden, eine längere gemeinsame Geschichte mit Tucker (wie wir gerne sagen) teilen. Eigentlich ist´s hier schon ganz gemütlich. Ab morgen beginnt dann der Ernst der Arbeit und flugs starten wir mit Apfelernte. Tucker bringt uns in der "Qualitätssicherung" unter. Wie zwei Sortiermascheinen schätzen wir die Anzahl der schwarzen Pünktchen auf der Oberfläche, befingern Dellen und andere Formfehler und Bemessen den Schaden der Berostung, bevor der Apfel in der einen oder eine der anderen Kiste landet. 4 Qualitätsgrade gilt es zu unterscheiden. Die Arbeit ist irgendwie ganz schön fad, auch wenn Tucker meint, für ihn sei das seine Art der Meditation. Wir fühlen uns dadurch auch nicht besser.
Am Ende des Tages werden wir von unseren indischen Freunden aus Chennai verpflegt. Maheshwari und Shadish haben sich für ihren 3 monatigen Aufenthalt im fernen Azumino mit tonnenweise heimischen Lebensmitteln eingedeckt. Von Gewürzen und dergleichen, bis hin zum Reis (echt jetzt? echt jetzt!) haben die beiden alles eingepackt, denn mit dem japanischen Zeug, da können sie sich garnicht anfreunden. Und es schmeckt - es schmeckt so gut! Die Ballaststoffe, die wir durch unsere japanische Mangelernährung verpasst haben, können wir dank Maheshwaris Küche wieder ausreichend tanken.
Die beiden sind aber eigentlich gar keine Äpfelpflücker, sondern ausgebildete YogalehrerInnen (wie auch Taka-san... wer hätte das gedacht) aus Chennai. Da sie Tucker aber einen Freundschaftsdienst erweisen wollen, sind sie für die folgenden 3 Monate nach Nagano gereist, um ihm wiedermal auf den Plantagen eine Hand zu leihen. Dass es hier langsam Winter wird, erschreckt die beiden noch nicht.
Während unseres Aufenthalts schmieden wir einen Plan zur Bewältigung der Zahnproblematik. Nach dem ersten uncoolen encounter mit dem japanischen Fotzenspängler und der wenig erfolgversprechenden Aussicht darauf, einen besseren zu finden, beschliessen wir, in naher Zukunft nach Bangkok zu fliegen. Wir verbringen nur noch wenige Tage auf Taka-san´s Plantage, während denen wir beim Äpfel sortieren und Trauben ernten helfen. Anschließend ist eigentlich immer ein "Team"-Event vorgesehen. Am einen Abend besuchen wir ein running Sushi, zum Leidwesen unserer indischen Freunde und das andere Mal gehen wir gemeinsam in ein fantastisches Onsen am Berghang, mit Blick über Azumino - wiedermal zum Leidwesen von Shadish, der`s offenbar nicht so mit nackten Körpern hat.
Es ist Tag 4: Unsere Pläne haben wir nun auf Stand gebracht. Wir buchen also Sitze für einen Flieger nach Bangkok, den wir von Nagoya aus besteigen werden. Wir geben uns noch einige Tage Zeit, um noch Kyoto und Umgebung zu erkunden. Um das alles unter Dach und Fach zu bringen, machen wir uns schleunigst nach Matsumoto auf, wo wir nach gediegener Stadtbesichtigung den Bus nach Kyoto boarden. Taka-san bringt uns zum Bahnhof und gibt uns als kleines Andenken noch eine seiner CDs mit selbst komponierten Werken mit auf den Weg. So viel Emotion hätten wir dem Guten erstmal garnicht zugetraut. Bei seiner Ode an die Pink Lady (gemeint ist tatsächlich die Apfelsorte) könnte man fast vor romantischen Gefühlen zerfließen.
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Angekommen im Warteraum am Bahnhof Azumino |
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| Und wer steigt natürlich fett in die Falle? |
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| Mutantenobst mit Mutantenvitaminen |
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| Taka-san mit Frau |
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| Run Sushi, run! |
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| Blick vom Onsen aus auf Azumino |
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| Bahnsteig Azumino |
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| Fleischfressende Koi`s |
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| Matsumoto Castle-o |
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So schön kantig. Bernd das Brot hätte seine Freude mit dem Flitzer. |
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| Abgammeln am Bahnhofsvorplatz |
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| Irgendwo an der Hauptstraße... Dafür aber schon in Kyoto |
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