Mittwoch, 20. August 2014

20.08-30.08: Sulawesi - Bunaken und Manado: Reif fuer die Insel

"Quax der Bruchpilot! Mr. Duck bitte melden?!?" Der Pilot der Tigerairmaschine macht's heute wirklich spannend. Wir stuertzen dem Landestreifen elegant entgegen wie ein Bleibflugzeug mit Triebwerksausfall. Trotzdem kommen wir heil in Manado an. 
Bemokonfusion bis zum Hafen. Wir fahren mit dem indonesischen Billy Idol im Bustaxi. Er hat den Chick in der einen Hand, waehrend die Finger der anderen am Lautstaerkeregler des CD-Spielers herumfummeln. Wer das Gefaehrt eigentlich steuert ist nicht ganz klar. Vielleicht sitzt ja ein dressierter Makake auf seinem Schoss? Und so brettern wir in die Stadt, waehrend der wasserstoffblonde Rebell und Moechtegern-DJ die Dezibel in ungeahnte Hoehen steuert, um dann im naechsten Moment seine Soundmaschine in den Keller zu fahren. Am Hafen angekommen spazieren wir noch ein Stueck bis zur hochgelobten Singapura Baekerei, wo's ausser Sweets nicht viel gibt. Wir schauen noch beim naechstbesten Supermarkt vorbei, um uns fuer die nachfolgenden Tage auf der Insel mit Zucker einzudecken. Wir haben naemlich vor einiger Zeit ein Zimmer im Panorama Tauchresort auf Bunaken gebucht. Vor dem Celebes Hotel holt uns ein Gesandter des Resorts ab und schickt uns mit dem Betreiber des Bunaken Island Resort fuer 50.000 Lappen pro Person auf die Insel. Dort checken wir problemlos in einen geschmeidigen Bungalow mit Meerblick ein, fuer einen anstaendigen Preis von 200k Rupien. Das Panorama II liegt, wie sein kleiner Bruder Panorama I, am Suedhang der Insel, mit vorgelagertem (aber wenig verfuehrerischem, weil vermuelltem) Strand, umgeben von huebscher Flora. Nachdem wir uns hier fein eingenestelt haben, verbringen wir die folgenden Tage mit tauchen, schnorcheln, schlafen, futtern, tauchen, schlafen, futtern,... Sven (der Betreiber der Tauchschule, der Deutschland vor Jahrzehnten den Ruecken gekehrt hat, um auf Bunaken mit seiner dort einheimischen Frau Ester das Familienresort zu managen), Papa Roland (der Tiroler Hauptschullehrer, der seit Jahrzehnten treue Gast des Hauses ist) und der junge Vigo (der zwar bereits Tauchgruppen fuehrt und laut offizieller Seite bereits 17 Lentzen alt sein soll, aber aussieht wie 13) zeigen uns die schoene Unterwasserwelt des Bunaken Marine Reserves. Dort gibt's vorallem fantastische, mit zahlreichen bunten Korallen bewachsene, Steilwaende zu bestaunen. Haie dort, riesige Tunfische hier, 2 grazioese Adlerrochen, skurriles Getier wie Orang-Utang Krabben, Pygmaenseepferdchen und Froschfische.
Die Abende verbringen wir gechillt in unserem Kreis um "Chico" Carlos, Alvaro (aus Madrid), Pierre (aus Paris), Alvar und Eva, der taubstummen Retni (de la noche) und Silvia, die zwar ne raue Stimme hat, aber eigentlich ne ganz Liebe ist. Kartenspielwahnsinn mit Krawallfaktor! Satu, dos, three, WAMMM! Alle Haende knallen auf den Tisch, nur Pierre verpennt wiedermal den Einsatz. Zur Strafe gibt's abwechselnd eine Mehl-, mal eine Puderwatschen. So wird jeder Unaufmerksame von der vereinten Mannschaft abgestraft. Das neue Spiel hat's allen angetan. Vorallem Retni ist fast am Ausflippen vor lauter Glueckseeligkeit. Am ersten Abend macht obiger Besetzung (ohne uns) ein belgischer Noerglerpaerchen einen Strich durch die Rechnung. Weil die Slapsymphony ihr romantisches Beieinander stoert, muessen jetzt sofort alle aufhoeren zu spielen. Es ist ja mittlerweile schon 20:30 Uhr! Retni hat keine Worte, nur den Mittelfinger parat. Wir erleben dieses Spektakel leider nicht mit, aber unsere Freunde empoeren sich tags darauf nicht wenig ueber dieses praepotente Paar. Heute wollen wir's aber wissen und ruehren am Abend eine Runde cards & complaints an. Der Koeder ist gelegt, jetzt nur noch abwarten und fleissig auf den Tisch haemmern. Wamm-WAMM-WAHAMM!
Lange geht's diesmal gut, bis kurz vor zehn Uhr der Maxe im Eiltempo die Stiegen zur Restaurantterrasse mit seiner superdicken Kamera (fuer Beweisaufnahmen) erklimmt und sich, nach Atem ringend, vor versammelter Runde aufstellt. "Hey guys, you know why I'm here, right?", fragt er rhetorisch und in altvaeterlichem Ton. In seiner Frage schwingt irgendwie die Ueberzeugung mit, uns bei einer Fehlhandlung ertappt zu haben, die er aber durchaus zu verzeihen gewillt ist, so wie wir uns mit gesenktem Haupt bei ihm fuer diesen Fauxpax entschuldigen. Er koennte dann, wie der Vater dem verfehlten Sohnemann, zaertlich durch die Haare streichen und sagen: "Aber das naechste Mal benimmst du dich wieder, nicht wahr?" Aber, von Reue keine Spur. Nach gefuehlten 15 Minuten Kommunikationspause und stummen Blicken, stellt sich unsere Partei auf die Fuesse und erklaert, dass wir absolut keine Ahnung haetten, warum er hier schonwieder auftaucht, aber gerne zu einem Spiel eingeladen ist. Und so folgen 20 Minuten selbstgerechter Apell bei dem er sich um Kopf und Kragen redet. Nach Minute 3 schon eindeutig zum Affenkasper avanciert, laesst er sich nicht erweichen und fordert Spielverbot! Wo ist der Manager? Ja, dass werden wir dir sagen. Nach viel zu langer Diskussion schleicht er sich dann wieder in die Dunkelheit. Das Spiel ist vorbei und Retni ausser sich. Da wir uns heute mit Silvia so gut gestellt haben, laedt sie uns zum morgigen Erntedankfest ein. Nach dem Mittagessen geht's auf der Mopedladeflaeche in's Dorf. Die Sitzbaenke sind nicht ganz perfekt zugeschnitten und so duesen wir erstmal mit dem Brettel gegen einen Baum und verabreichen Carlos eine 3te Kniescheibe. Das Bankbrett wird gleich einen Kopf kuerzer gemacht und enge Passagen moeglichst gemieden. Was wir nicht wissen ist, dass nach dem reichlichen Mittagessen nun nochmehr Futter auf uns wartet und wir stopfen uns aus wie passionierte Taxidermisten. Wir sind in 4 (oder doch 5?) Haushalte geladen und werden hier und dort mit einem Ueberfluss an Speisen, Arak und Palmwein begruesst.
Abends dann, nach kurzer Verschnaufpause, steht die Geburtstagsparty des Resortbetreibers von nebenan auf dem Programm. Papa Roland gibt Schifoan zum Besten und die locals (groesstenteils auch staff des Panorama und der Tauchschule) geben sich einer fantastischen musikalischen Performance hin. Papa Rolands musikalisches Intermezzo ist eingebettet in die ewig gleichen G-C-D Akkordfolgen eines lokalen Kuenstlers, dessen unglaubliche Tracy-Chapman-Stimme die Feiernden unterhaelt. Auch Silvia, die sich gerade von ihrem Macker getrennt hat, stimmt emotionsgeladen mit ein. "Don't you remembaaaahaaaa-aha-aaa!" Die Dezibel locken aber auch das bekannte Paerchen an und anstatt der Fete beizuwohnen, schiessen sie aus Protest lieber mit der uebergrossen Spiegelreflex Selfies von sich und den Resorthunden. Mit dem Moerderzoom muss er den armen Kreaturen einen ganz schoenen Schrecken einjagen.
Die Tage vergehen wie im Flug und der Abschied faellt schwer. Von unserer Gruppe verbleibt nur noch Pierre zusammen mit Silvia auf der Insel und wir reisen mit den Schweizern Tobi und Damaris zurueck nach Manado und checken unabhaengig voneinander ins Hotel Regina ein. Fuer morgen buchen wir ein gemeinsames Taxi zum Flughafen. Die beiden gehen auch nach Singapur, so wie wir.


Im  Bemo. Man beachte den Ventilator

Die Ueberfahrt

Am Strand
 
Tauchgang vor Manado Dua

Geckos, ueberall Geckos. Ueberall in Indonesien

Wir teilen uns die Terrasse mit lustigen Insekten und
Getier. Irgendein Tier ueberrascht uns auch jeden morgen
mit einem frischen Haeufchen Sand an der immergleichen
Stelle.

Sonnenuntergang von der Terrasse


"Machen sie noch heute ihren
PADI Muelltaucher auf
Bunaken island!"



Eine von vielen Terrassenimpressionen


Das Brett'l wird einen Kopf kuerzer gemacht.
Silvia hat extra ihre Arbeitsschuhe an.

Hier die verhaengnisvolle Durchfahrt


Der erste Fressstopp


"Maria, ihm schmeckt's nicht!"
Reisglibber im Bananenblatt, nicht jeder-
manns Sache

Mangos, ueberall Mangos!
 
Mama Roland!


Jeder will seine eigene Mango!




Schifoan!!!

Am Nachmittag kommt meist der grosse Regen

Powderheads

Kleines Nickerchen zwischen den Tauchgaengen

Langsam sammelt sich wieder der Muell an der Suedseite
Bunakens


Man koennte schon in's Schwaermen geraten


Bankett

 

Ein Mangobaum. Was der nicht alles an
Mangos abwirft - so einen wollen wir auch!


Sehnsuechtig blicken wir an unserem letzten Tag von
Manado nach Bunaken und Manado Dua

In Manado

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