Mittwoch, 7. Mai 2014

07.05-10.05: Taumarunui und Waitomo Caves: Wuermer die Sterne fressen

Am Ende des Forgotten World Highway wartet Taumarunui auf uns. Ein guter Ausgangspunkt fuer das Tongariro Alpine Crossing, eine der beliebtesten Tageswanderungen in Neuseeland. Die Damen von der i-Site nehmen uns aber sofort wieder die Vorfreude und warnen vor Regen, Schnee, Lawinen, Blizzards und dem Ende der Welt, sollten wir ohne Alpinerfahrung und Eispickel einen Aufstieg wagen wollen. Das Wetter soll sich in einigen Tagen ja wieder bessern. Und so warten wir geuebten Warter eben wieder. In Taumarunui, dem Ohinepane Campground (gratis) und rundherum gibt's bei den feuchten Wetteraussichten eh nichts zu tun, warum also nicht gen Norden fahren? Bei bookme finden wir einen guenstigen Deal fuer die Waitomo Hoehlen. Da kann uns das Wetter auch nichts.
100km noerdlich von Taumarunui treffen wir puenktlich bei den Kiwi Cave Rafting HQ ein. In der Lounge hat sich auch schon unsere Gruppe fuer das heutige Hoehlenabenteuer versammelt. 2 erdige FeuerwehrlerInnen aus Louisiana und ein Maedel aus Irland, dass sich fuer diesen Anlass ganz besonders aufgehuebscht hat. Es ist ihr nur zu wuenschen, dass all ihre Kosmetik wasserfest ist. Unsere Fuehrerin Rebecca chauffiert uns zu ihren privaten Hoehlen und bevor der Trip startet, zwaengen wir uns alle noch in unsere Wetsuits. So auch Jessica, sichtlich verwundert ueber den Outfitwechsel. Ploetzlich poppen da ein paar Fragen auf: "Wozu denn der Klettergurt und erst die Gummistiefel,... und warum kann ich eigentlich mein Handy nicht mitnehmen?" Es stellt sich heraus, dass sie eigentlich einen Sonntagsspaziergang durch die Hoehlen erwartet hat. Und ueberhaupt sei sie auch nicht am Caving interessiert, sondern wolle nur die Gluehwuermchen sehen und mit ihrer (lichtstarken) Handykamera eines digital einzufangen versuchen. Aus der Beschreibung sei auch nicht hervorgegangen, dass es sich bei der Caving Tour um eine Caving Tour handelt. Es folgt eine aberwitzige Diskussion um Geld-Rueckerstattung, gebrochene Handgelenke, einen sprachlosen Guide und einen wuetenden Manager. Schlussendlich seilt sich aber unsere gesamte Gruppe in die nass-kalte Grube ab und alle haben Spass, juchee! Auch die Gluehwuermchen bekommen wir in einem besonders guenstigem Stadium ihrer Entwicklung zu sehen. Wie Perlenketten haengen die Speichelfaeden der lumineszierenden Maden (oder deren leuchtender Exkremente) von der tropfenden Decke, waehrend uns die Aale im Wasser auf unserem Weg begleiten und blinde Springspinnen auf den Gesteinsbrocken nach Beute suchen. Tatsaechlich, die Gluehwuermchen bergen eine ganz besondere Ausstrahlung in sich und erzeugen eine kleine Galaxie mit unzaehligen Pseudo-Sternen. Nach 4 Stunden tubing, caving und abseiling, hiefen wir uns wieder aus dem Felsspalt hinaus, hinein in die freie Welt. Die echten Sterne sind schon bald zu sehen. Jetzt ist's aber schon sowas von Winter - die Dunkelheit huellt uns innerhalb der naechsten halben Stunde komplett ein.
Als Rebecca uns zurueck im Buero die Fotos praesentiert, sind wir hin- und hergerissen, ob wir fuer diese Qualitaet wirklich Geld hinblaettern sollen. Und ploetzlich laeden uns Carl und Cecilia auf die Fotos ein. Warum wissen wir nicht, nett ist's aber allemal!


Bitte ganz normal schauen,... danke, reicht!

Aus der rechten oberen Ecke kommen wir und lassen uns
von dem Lichtstrahl nach unten beamen.

Zuversicht, 30m ueber dem Abgrund




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